Wie werde ich Turnierreiter?

Erste Turniererfahrungen sammelt man am besten in einem Wettbewerb (WB) nach Wettbewerbsordnung (WBO). Für die Teilnahme benötigt der Reiter noch keine Turnierlizenz und auch die Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht zwingend notwendig. Ebenso muss das Pferd nicht als Turnierpferd eingetragen sein. Für Kinder eignet sich als Einstieg die Führzügelklasse. Heranwachsende Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene die erste Turniererfahrungen sammeln wollen, können an Reiterwettbewerben sowie Dressur- und Springreiterwettbewerben teilnehmen. In einem WBO-Turnier sind die Anforderungen noch nicht so hoch.

Fortgeschrittene können an Leistungsprüfungen (LP) nach Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) teilnehmen. Die LP werden je nach Schwierigkeit in die Prüfungsklassen E bis S eingeteilt. Dafür benötigt man eine Jahresturnierlizenz, muss Mitglied in einem Verein sein und das Pferd muss als Turnierpferd eintragen sein. Die Jahresturnierlizenz und das Turnierpferd müssen jedes Jahr bei der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) fortgeschrieben werden. Nur wer die Prüfung zum Reitabzeichen 5 bestanden hat, kann eine Jahresturnierlizenz der Leistungsklasse 6 bei der FN beantragen. Damit ist der Reiter berechtigt in LP der Klassen E und A nach LPO zu starten.

Was sind Reitabzeichen?

Reitabzeichen spielen in einer Reitkarriere öfters eine große Rolle. Auch bei manchen Mitgliedern des RSV Wittichenau e.V. Die Reitabzeichen der FN sind aber nicht nur für reine Turnierreiter gedacht, sondern auch für Freizeitreiter, Nichtreiter, Fahrer, Voltigierer und Personen, welche vielleicht einfach nur ihr Wissen erweitern wollen. Die Abzeichen im Pferdesport bilden ein System aus Motivations- und Sportabzeichen. Dieses System aus 10 Reitabzeichen kann man auch als Ausbildungssystem bezeichnen. Die Reitabzeichen 10 bis 6 bilden den 1. Teil. Sie sollen den Absolventen eine solide Grundausbildung geben. Das RA 10 ist dabei das einfachste. Die ersten 5 Abzeichen beschäftigen sich mit den allerersten Reiterfahrungen bis hin zur Dressurreiteraufgabe in Anlehnung an die Klasse E und dem Reiten im leichten Sitz über Bodenricks. Bei jedem Abzeichen gibt es auch immer die sogenannten Stationsprüfungen. In diesen Stationsprüfungen wird Wissen, Bodenarbeit, Pferdepflege usw. abgefragt. Bei den Reitabzeichen 10 bis 6 gibt es nur „Bestanden“ oder „Nicht bestanden“. Zwischen dem RA 6 und dem RA 5 befindet sich der Basispass. Dieser besteht aus reiner Theorie und der Umgang mit dem Pferd wird begutachtet. Hier muss man zum Beispiel ein Pferd putzen und satteln. Der Basispass ist die Zulassungsvoraussetzung für die Teilnahme zum RA 5, wenn nicht die Reitabzeichen 6 und 7 abgelegt wurden. Wer an einem LPO-Turnier teilnehmen möchte braucht mind. das RA 5, denn damit kann man sich in die Leistungsklasse 6 einstufen lassen. Mit dem Erwerb des RA 5 ist man befähigt in den Klassen E und A auf Turnier zu starten. Je anspruchsvoller das Reitabzeichen, desto höher wird auch die Leistungsklasse. Um die Leistungsklasse 5 zu erlangen, benötigt man das RA 4. Wenn man das geschafft hat, kann man sich alle folgenden Leistungsklassen auch über Turniererfolge erreiten. Die Prüfungen bestehen immer aus einem Vorbereitungslehrgang, einem Dressur-, Spring- und Theorieteil. Ab dem RA 5 kann man die Reitabzeichen auch dressur- oder springspezifisch durchführen, aber erst ab einem Alter von 21 Jahren. Die Bewertung erfolgt in Wertnoten von 10 bis 0, wobei 10 die höchstmögliche Note ist. Um zu bestehen, darf die Durchschnittsnote nicht unter 5,5 liegen (bei den disziplinspezifischen Abzeichen nicht unter 6,0). Wenn man ein Reitabzeichen nicht bestanden hat, kann man es frühestens nach 3 Monaten wiederholen.  Man kann aber auch in frühestens 3 Monaten das nächste Abzeichen ablegen, wenn man das vorherige bestanden hat. Dies gilt beim Reitabzeichen 5 bis 1. Die Krone der Reitabzeichen bildet das GOLDENE REITABZEICHEN. Das ist ein ganz besonderes Ereignis, welches nicht viele Reiter erleben dürfen. Man kann im Reitsport mehrere verschiedene Abzeichen erreiten und absolvieren, aber mit dem goldenen Reitabzeichen wird man geehrt. Das Goldene Reitabzeichen verdient, wer sich in einer Vielzahl an Prüfungen bewährt hat. Außerdem gibt es noch Fahrabzeichen, Longierabzeichen und Bodenarbeitsabzeichen.

 

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